Der in Aussicht gestellten Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank fehlt noch die nachvollziehbare Erklärung, warum der Zusammenschluss zweier Wackelkandidaten zu einer stabilen Konstellation führen solle.

Scholz und sein Ex-Goldman Sachs-Banker sind begeistert

Raubzug
Sollten Mega-Rettungsgelder das Ziel sein, wäre die Fusion vielversprechend

Aus den zwei größten deutschen Kreditinstituten, deren Ergebnisse aus dem EZB-Bankenstresstest 2018 zusammen mit der NordLB das Schlusslicht bildeten, soll nach Vorstellungen des Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD) ein neuer „nationaler Champion“ entstehen. Unterstützt wird diese These von seinem Staatssekretär Jörg Kukies, der ehemalige Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs Deutschland. Ganz nach dem Motto „Minus mal Minus ergibt Plus“ stellen sich die verantwortlichen Finanzpolitiker eine stabile Konstellation aus Deutsche Bank und Commerzbank vor. Lt. dem Bericht von RP-Online (Montag) sorge sich Scholz über die mögliche Instabilität der Deutschen Bank im Falle einer globalen Rezession. Die Steuerzahler stecken über den Bund ohnehin noch mit 15 Prozent Anteil in der mit Milliarden-Beträgen gestützten Commerzbank. Doch die Vision von rund 38 Millionen Kunden in rund 2.400 Filialen nach der Fusion scheint den SPD-Politiker Scholz schlicht zu überwältigen. Wenn aus zwei Wackelkandidaten ein „Champion“ entstehen soll, muss die geplante Fusion der zwei Großbanken jedoch automatisch einer „Gesundschrumpfung“ gleichkommen, sprich über das Rasieren von Arbeitsplätzen. Inzwischen ist die Streichung von 20.000 bis 30.000 Stellen die Rede.

Bevor die Vorstände beider Banken den Zusammenschluss verwirklichen können, muss erst grünes Licht seitens der Europäischen Zentralbank, der Bafin und der Europäischen Bankenaufsicht signalisiert werden. Die Bankenaufsicht hegte lt. Financial Times bereits Zweifel an einer erfolgreichen Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank. Den beiden Kreditinstituten werde die notwendige „Brutalität“ bezüglich des Stellenabbaus nicht zugetraut.

Der Bankenstresstest 2019 steht noch an. Eine quasi stark abgespeckte Version, in der lediglich die Liquidität der ausgewählten Großbanken getestet werden soll. Dazu zählt u.a. die Fähigkeit zum Geldfluss, wenn Kunden in Massen ihre Konten abräumen wollten. Das Stresstest-Ergebnis soll offenbar nicht abgewartet werden, da die Gespräche zwischen den beiden Kreditinstituten bereits im Mai einen Abschluss finden sollen.

Die Commerzbank ist mit der Beteiligung der Steuerzahler quasi noch im Rettungsmodus und die Deutsche Bank alleine könnte zu einem Rettungsfall bei einer globalen Rezession werden. Es fehlt schlicht noch die nachvollziehbare Erklärung, warum die Kombination beider Banken eine stabile Konstellation darstellen solle.


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