Griechenlands Euro-Austritt gilt inzwischen als einzige Alternative


Griechenlands Austritt aus der Euro-Gemeinschaft wird nach dem Sitzungs-Debakel am Montag nun als besonders wahrscheinlich gehandelt. Ökonomen sehen nur noch zwei Wege für Athen. Entweder Reformen oder der Grexit.

Griechenlands Euro-Austritt bereits als einzige Alternative gehandelt

Europa

Die Eurogemeinschaft könnte bald kleiner werden

Die überzähligen Verhandlungspartner hatten offenbar mit dem Einknicken der griechischen Regierung gerechnet. Man setze die Pistole auf die Brust und gebe den Kugelschreiber in die Hand. Die Athener Regierungskoalition blieb aber stur auf der Linie, die sie den griechischen Wählern klar und deutlich vorgegeben hatten.

Das Eurogruppen-Treffen am Montag kann unterm Strich als völlig sinnlos bezeichnet werden. Das von den Finanzministern der Euro-Mitgliedsländer gestellte Ultimatum hätte auch “formlos” gestellt werden können. Die Gespräche zwischen der Eurogruppe und den griechischen Vertretern sind klar gescheitert.

Dem schlafwandlerischen Pokerspiel Brüssels wird das Erwachen in die harte Realität nicht erspart bleiben. Die griechische Regierung und die Bundesregierung seien inzwischen aufgewacht. Nun fehlten noch Brüssel, Paris und Frankfurt, so Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner ifo-Instituts zu BILD (Dienstag).

Athen weigert sich beharrlich, den vorgegebenen Kurs der “Institution” (vorher “Troika”) zu folgen. Nachdem Griechenland den vom Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem vorgelegten Entwurf einer “technischen Verlängerung” des derzeitigen Kreditprogramms als “absurd” ablehnte, wurde der kommende Freitag als letzter Termin für eine Entscheidung festgesetzt. Andernfalls gebe es keine Gelder mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) will am Mittwoch vorab die laufenden Not-Kredite für den griechischen Bankensektor überprüfen.

Die Zeiger für Griechenland stehen auf einen Austritt aus der Euro-Zone. Hans-Werner Sinn hält die Rückkehr der Drachme nach Griechenland ohnehin für die beste Lösung und die Ökonomen der Commerzbank halten den “Grexit” inzwischen für 50 Prozent wahrscheinlich. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der zweitgrößten Bank Deutschlands, sieht den Ball nun bei den Griechen liegen. Sie hätten es nun in der Hand, ob Griechenland in den Staatsbankrott schlittert und aus der Währungsgemeinschaft fliegt. Für den Chef-Ökonomen der ING-DiBa, Carsten Brzeski, gebe es nur zwei mögliche Wege. Einer davon sei die Fortsetzung der Reformen und der andere der Euro-Austritt.


Tarifomat24.de

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