Mehr Zeit für Griechenland – EU Hilfsbereitschaft oder Selbstzweck?


Brüssel zeigt sich gegenüber Athen offenbar sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Griechenland soll mehr Zeit erhalten, um ein Konzept gegen das Schuldenproblem zu entwickeln. Allerdings sitzt die EU-Kommission selbst im Sumpf und braucht mehr Spielraum, um sich irgendwie heil an Land zu retten.

Die Geste der EU dürfte vom Selbstzweck antrieben sein

EU-Frage

Griechenlandkrise? Brüssel selbst sitzt in der Falle

Die teils überhitzten Reibungspunkte zwischen Athen und Brüssel sollen abgekühlt werden, indem mehr Zeit ins Land verstreichen soll. Der Kampf um Zeitgewinn ist ohnehin ein probates Mittel in der Euro-Rettungspolitik.

In den Auseinandersetzungen zwischen Griechenlands neuer Regierung und der EU-Kommission soll es zu einer vorläufigen Einigung gekommen sein. Die griechische Regierung hält am Ausstieg aus dem Sparprogramm fest und Brüssel sowie die Geldgeber wollen eine klare Antwort zu den nun angefallenen alternativen Fragen der Schuldentilgung.

Nach der ersten Regierungserklärung des griechischen Premiers Alexis Tsipras am vergangenen Wochenende müsste auch der letzte EU-Politiker klar verstanden haben, dass es kein Zurück zu den Sparprogrammen mehr geben wird. Die Regierungskoalition werde die Wahlversprechen an ihre Bürger umsetzen.

Die Konstellation Griechenland und “Rest-Eurozone” befindet sich in einem undefinierten Zustand. Eine Lösung des Dilemmas steht nicht in Sicht. Die Gläubiger lehnen naturgemäß einen Schuldenschnitt ab und Athen verlangt eine Überbrückungshilfe, bis ein alternativer Weg aus der Schuldensituation präsentiert werden kann. Die Eurogruppe (Finanzminister der Euro-Länder) stellte ein Ultimatum bis zum 16. Februar für die Vorstellung eines gehbaren Weges, andernfalls werde das aktuelle Rettungsprogramm wie geplant Ende Februar ablaufen, aber keine Fortsetzung mehr finden.

Nun zeigt sich die EU-Kommission offenbar sehr “offenherzig” und kompromissbereit. Athen solle nun ein Zeitraum von sechs Monaten gewährt werden. Das Land brauche mehr Luft für die Entwicklung eines Konzepts, das die Schuldenprobleme beseitigen könne. Dieser Vorschlag soll am Mittwoch der Eurogruppe vorgestellt werden.

Scheinbar schwenkt das Damokles Schwert eines Euro-Austritts Griechenlands schon zu bedrohlich. Ein nicht vorgesehenes Szenario stellt Brüssel vor ein Dilemma. Die nach Athen ausgestreckte Hand dürfte nicht ganz uneigennützig sein. Die EU selbst sitzt in der Falle und braucht Zeit, um sich am selbst gezogenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.


Tarifomat24.de

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