Der Versuch, möglichst viele Fachkräfte mit möglichst geringen Lohnansprüchen zu importieren, scheint nicht zu gelingen. Die Bundesrepublik erreicht in der Kategorie Attraktivität für Hochqualifizierte lediglich Platz 12.

Lohnniveau runter bei möglichst hoher Qualifikation

Arbeitnehmer
Viel spezielles Können erwartet bei möglichst geringer Entlohnung

Jüngst stellte das Münchener ifo Institut anhand einer von der Bertelsmann-Stiftung beauftragten Studie fest, dass die deutsche Wirtschaft aufgrund eines Fachkräftemangels ins Stocken geraten werde. Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) bezeichnet die hohen Kosten der Arbeitnehmer inzwischen für ein Geschäftsrisiko der Unternehmen. Arbeitnehmer seien inzwischen viel zu teuer geworden. Verschwiegen werden allerdings die bisher gestiegene Produktivität sowie die Unternehmensgewinne auf Rekordniveau, insbesondere die der Dax-Unternehmen. Da die Produktivitätssteigerung aufgrund der menschlichen Limits an ihre Grenzen stößt, muss am anderen Ende gespart werden, um die notwendigen Gewinne für Schulden- und Zinsdienst der Unternehmen sicherzustellen. Runter mit den Löhnen bzw. Einkommen der Arbeitnehmer sowie bei den Kosten der Arbeitgeber.

USA deutlich vor Bundesrepublik

Die Zuwanderung ins deutsche Wirtschaftsgebiet ist bereits im vollen Gange. Mit ihr auch die Menschen, die bereit sind, für (noch) geringeren Lohn ihre Arbeits- und Schöpfungskraft bereitzustellen. Viele Unqualifizierte und auch einige Fachkräfte. Im Jahr 2017 erhielten im Bundesgebiet rund 38.000 Fachkräfte einen Aufenthaltstitel. Doch ausgerechnet das übermäßig gebrauchte Schlag-Argument des Fachkräftemangels droht nun sichtbar an Kraft zu verlieren und dies auch noch aufgrund des zweiten angestrebten Ziels der verminderten Arbeitskosten zugunsten der Unternehmen. Eine zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung erstellten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verortet die Bundesrepublik in der Kategorie Attraktivität für Fachkräfte lediglich auf Position 12. An erster Stelle steht Australien, dann Schweden und dann die Schweiz. Sogar die USA mit dem im Vergleich ziemlich miserablen Sozialsystem ist auf Position 7 zu finden. Die letzte Position nimmt die Türkei ein.

Es mangelt an „Willkommenskultur“

Zu den Vergleichskriterien der OECD zählten neben Familienfreundlichkeit, Bedingungen für Einreise und Aufenthalt auch Zukunftschancen, berufliche Chancen und nicht zuletzt Steuern und Einkommen. Demnach sei die Sprachbarriere eines der größten Hindernisse, sich für Deutschland zu entscheiden, da mit Englisch und Französisch viel besser in Australien, Kanada, USA und Frankreich voranzukommen sei. In der Schweiz werde zwar ebenfalls überwiegend in deutsche gesprochen, doch hier punkten vor allem höhere Gehälter und niedrigere Steuern. Dazu sei in der Schweiz eine ausgeprägtere „Willkommenskultur“ verbreitet.

Die Schnittmenge aus „möglichst viele Fachkräfte“ und „möglichst geringe Löhne“ fällt naturgemäß sehr klein aus und entsprechend unattraktiv für die Hochqualifizierten, die in ihrem Heimatland einen besseren Dienst leisten könnten, als auch von der Bundesregierung gestellten monetären Hilfeleistungen in Form von Entwicklungshilfen.

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