Die Schere zwischen einer Handvoll Superreiche und der „Restbevölkerung“ ging in den vergangenen zwei Jahren besonders weit auseinander. Während sich die Mehrheit in einer handfesten Krise wiederfindet, baden einige Wenige in satten Übergewinnen.

Vermögensaufteilung mehr als nur ungleich

Obdachlosigkeit
Armut nimmt besonders im Bundesgebiet zu

Wenn das Vermögen der Privathaushalte im Bundesgebiet wieder um ein paar Milliarden angestiegen ist, dann freuen sich so manche Medien-Redakteure darüber, wieder mal positive Nachrichten verbreiten zu können. Wohl die meisten Leser fragen sich aber insgeheim, warum dies nicht im eigenen Haushalt zu bemerken ist. Das „große Geheimnis dahinter“ ist jedoch die hohe Konzentration des Reichtums auf nur wenige Haushalte und die Darstellung dieser Zahlen als Durchschnitt aller Haushalte.

Nur wenige extreme Krisengewinner

Die Organisation Oxfam hat erneut festgestellt, dass die Vermögenszuwächse wiederholt extrem einseitig verteilt waren. Was für die meisten Menschen eine handfeste Krise ist, bedeutet für eine Handvoll Menschen ein gewaltiger Gewinn. Oxfam resümiert: „Reichstes Prozent kassiert fast doppelt so viel wie der Rest der Welt zusammen“. Damit ist erneut bestätigt, dass die Reichen immer reicher werden. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung hat sei dem Beginn der ausgerufenen Corona-Pandemie rund zwei Drittel des globalen Vermögenszuwachses für sich verbuchen können. Im gleichen Zeitraum leben rund 1,7 Milliarden Arbeitnehmer in Ländern, in denen die Kosten für den Lebensunterhalt schneller steigen als die Löhne. Es gibt dennoch ein Novum. Seit 25 Jahren ist es lt. Oxfam das erste mal der Fall, dass extremer Reichtum und extreme Armut zur gleichen Zeit zunahmen.

Das reichste Prozent eilt davon

Im Bundesgebiet ist die Schieflage besonders stark ausgeprägt. 81 Prozent des gesamten in den Jahren 2020 und 2021 erwirtschafteten Vermögenszuwachses gingen an das reichste Prozent. Die restlichen 99 Prozent der Bundesbewohner hatten lediglich 19 Prozent vom Vermögenszuwachs.

Weltweit gingen seit dem Jahr 2020 rund 63 Prozent des gesamten Vermögenszuwachses an das reichste Prozent der Weltbevölkerung. Der „Rest“ der Menschheit durfte sich die verbliebenen 37 Prozent aufteilen.

Energie- und Lebensmittelkonzerne größte Gewinner

Die größten Profiteure waren lt. Oxfam die Unternehmen in den Bereichen Lebensmittel und Energie. Deren Gewinne sind im Jahr 2022 sprunghaft angestiegen. 95 Energie- und Lebensmittelkonzerne haben ihre Gewinne im Jahr 2022 mehr als verdoppeln können. Der Übergewinn betrug mehr als 306 Milliarden US-Dollar. Davon gingen 257 Milliarden US-Dollar (84 %) an die Aktionäre.
Oxfam spricht nicht von Krisen als Ursache für diese Entwicklung, sondern von politischer Motivation. Über Jahrzehnte hinweg wurden für die Unternehmen und die Reichsten die Steuern gesenkt. Dies auf Kosten der Allgemeinheit. Das führte zu einer Verschärfung der Ungleichheit und zwar soweit, dass die Ärmsten in zahlreichen Ländern höhere Steuersätze zahlen als Milliardäre. Inzwischen beträgt der Anteil der Steuereinnahmen aus Vermögensteuer weltweit nur noch 4 Prozent. In den letzten Jahren erhöhten die Regierungen gleichzeitig die Mehrwertsteuer auf Waren und Dienstleistungen. Eine zusätzliche unverhältnismäßige Belastung für die Armen und ein weiterer Aushub des Grabens zwischen Arm und Reich.

Übergewinne besteuern und Vermögenssteuer wiedereinführen

Oxfam fordert einen fairen Beitrag der superreichen Haupteigentümer zum Gemeinwohl. Dazu sei auch die Bundesregierung aufgefordert, eine weitreichende und systematische Besteuerung von Krisengewinnen und eine höhere Besteuerung vermögender Menschen einzuführen. Die Ungleichheit müsse mit den zusätzlichen Einnahmen bekämpft werden. Ein Steuersatz von 50 Prozent für die eingefahrenen Übergewinne aus den derzeitigen Krisen sei angemessen. Hinzu müssen eine einmalige Abgabe auf sehr hohe Vermögen sowie die Wiedereinführung der Vermögensteuer umgesetzt werden. Im internationalen Vergleich wird das Vermögen im Bundesgebiet bisher unterdurchschnittlich besteuert, so Oxfam.

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