Skurrile Lage in der Griechenland-Krise: 3 Politiker, 3 Erkenntnisse


Die Abwendung der (offiziellen) Griechenlandpleite nimmt skurrile Züge an. Griechenlands Innenminister kündigt für den Juni die Insolvenz Athens an. Der Regierungssprecher sieht die fortgesetzte Zahlungsfähigkeit wegen einer in der Zukunft liegenden Einigung mit den Gläubigern. Der Finanzminister erkennt Griechenlands Solvenz für Schuldendienst und Rentenzahlungen, aber nur auf begrenzte Zeit.

Ankündigung einer Zahlungsunfähigkeit werden als “Drohung” verstanden

EU

Durcheinander bei der Rettung Griechenlands

Wieder einmal das reinste Hick-Hack um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands. Athens Innenminister Nikos Voutsis erklärte am Samstag in einem TV-Interview, dass Griechenland im kommenden Monat Juni die fälligen Zahlungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht bedienen werde, da die Mittel schlicht nicht vorhanden seien. Davon sei bereits die erste Monats-Tranche in Höhe von 300 Millionen Euro der insgesamt gut 1,5 Milliarden Euro betroffen.

Am Montag trat Griechenlands Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis an die Öffentlichkeit und beschwichtigte mit seiner Zuversicht auf eine rasche Einigung mit den Gläubigern. Am Dienstag findet das nächste Treffen statt.

Auf der Seite der Gläubiger und zugleich auch Geldgebern wird noch der Teil von rund 7,2 Milliarden Euro der laufenden letzten “Hilfszahlung” zurückgehalten. Das Programm läuft jedoch Ende Juni 2015 aus.

Die Ankündigung Griechenlands, die Zahlungen (überwiegend nur Zinsen) nicht mehr bewerkstelligen zu können, wird von den Medien gerne als “Drohung” bezeichnet. Athen drohe mit der Einstellung der Zahlungen, falls es zu keiner Einigung mit den Gläubigern kommen sollte, obwohl das “Drohpotenzial” eines insolventen Landes naturgemäß ist.

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis bewegt sich zwischen Zahlungsfähigkeit und Pleite irgendwo in der Mitte. Er betonte die Leistungen Athens, die Schulden an den IWF bedienen und gleichzeitig Löhne und Renten auszahlen zu können, aber dies könne Griechenland ab einem bestimmten Punkt nicht mehr schaffen. Sollte der Moment eintreten, werde sich die Regierung für die Renten entscheiden. Varoufakis verglich Griechenland mit einer Kuh, die nun geschlagen wird, weil sie keine Milch mehr geben kann.


Tarifomat24.de

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