Target2-Salden: Rekord-Summe von 754 Mrd. Euro


Die Bundesbank blickt auf eine durch das Target2-System offen stehende Summe von 754 Milliarden Euro. Die Target2-Salden sind im November auf ein Rekordhoch angestiegen. Eine Summe, hinter der im “Worst-Case” lediglich nur der Steuerzahler zu finden ist.

Das massive Ungleichgewicht hält Euro-System noch am Laufen

Rettungsschirm

Den Steuerzahler wird niemand retten

Im Jahr 2012 stiegen die Salden des Target2-System bei der Deutschen Bundesbank auf ein zwischenzeitliches Rekord-Niveau. Ein Alarm-Signal, welches auch von den Medien im Rahmen der noch “kochenden” Eurokrise und den vermeintlichen Rettungsansätzen für Griechenland als solches verbreitet wurde. Nun erreichten die Target2-Salden ein neues Rekordhoch und es scheint kaum zu kümmern.

Die Bundesbank blickt mit “guter Hoffnung” auf einen offen stehenden Betrag von rund 754 Milliarden Euro. Alleine im November 2016 stiegen die Target2-Salden um 46 Milliarden Euro an. Gelder, die bei der Bundesbank angeschrieben und deren Rückzahlungen in den Sternen stehen. Das Münchner ifo-Institut nennt die Target2-Salden trefflich “Überziehungskredite” und angesichts der im November erreichten Dimensionen sollte die Bundesregierung schleunigst etwas unternehmen, um den “unrechtmäßigen und übermäßigen Gebrauch der Überziehungskredite für eine Vermögensumschichtung in der Eurozone einzudämmen”.

Die Target2-Salden erreichten fast die Hälfte des Netto-Auslandsvermögens (auch nur “angeschriebenes” Kapital), so das ifo-Institut, und diese Entwicklung sei für die Bundesrepublik und die Eurozone inzwischen bedrohlich. Target2-Salden sind Schulden in der Währung Euro. Sollte die Eurozone auseinanderbrechen, kann die Bundesbank vermutlich einen Großteil der Forderungen abschreiben. Sollten auch nur 10 Prozent (äußerst optimistisch) der geforderten Summe verloren gehen, bleibt der Steuerzahler auf gut 75 Milliarden Euro sitzen. Realistischer dürfte allerdings der Bereich von 50 Prozent der geforderten Summe sein.

Das ifo-Institut sieht die massive Kapitalflucht aus Italien für den hauptsächlichen Grund der rasant angestiegenen Target2-Salden.

Nach Wiedereinführung nationaler Währungen werden die Devisen der wirtschaftlich schwachen Ländern (Euro-Südländer) abwerten und die “D-Mark 2” rasant aufwerten. Die verschuldeten Staaten dürften gar nicht mehr in der Lage sein, die Verbindlichkeiten zu stemmen.

Da die wirtschaftlich schwachen Euro-Mitgliedsländer ohnehin nur wegen dem massiven Ungleichgewicht im Target2-System über Wasser gehalten werden, dürften die vom ifo-Institut geforderten Maßnahmen der Bundesregierung nur halbherzig ausfallen. Letztendlich muss das Euro-System noch solange am Laufen gehalten werden, bis die Vermögen wie gewünscht umgeschichtet und ins Trockene gebracht worden sind.


Tarifomat24.de

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