Trennbankensystem wegen EU-Abwicklungsrichtlinie überflüssig?


Das von der EU geplante Trennbankensystem mit einer Aufspaltung des Geschäftskunden- und Investmentbereichs sei angesichts der Derivate-Bilanzen der Großbanken nachvollziehbar. Jedoch nahm lt. IW Köln das eingeführte Abwicklungssystem die eigentlichen Gründe für eine solche Auftrennung der Geschäftsbereiche.

Abwicklungsrichtlinie nahm Gründe für Banken-Auftrennung

Bankensystem

Trennbanken doppelt gemoppelt?

Die Europäische Union plant unlängst die Auftrennung der Geschäftsbereich sogenannter Universalbanken. Zu dieser Kategorie zählen u.a. die beiden größten deutschen Kreditunternehmen Deutsche Bank und Commerzbank. Zu den künftig separaten Geschäftsbereichen sollen nach Plänen der EU das Kundengeschäft sowie der Eigenhandel der Bank zählen.

Risiken sollen nicht vermengt werden. Auf der einen Seite steht das “solide” Kundengeschäft mit Einlagegelder, Kredite und Sparkonten. Auf der anderen Seite ist eine Universalbank selbst in den Finanzmärkten aus “eigenen Zwecken” aktiv. Es geht schlicht um die Erwirtschaftung von Renditen, jedoch in einem teils hoch riskanten Finanzmarkt-Sektor.

Ginge eine solche Universalbank aus Gründen von Fehlspekulationen Pleite, so fällt das gesamte Haus in sich zusammen, inkl. des Geschäftskundenbereichs. Damit soll in Zukunft Schluss sein. Deshalb eine Auftrennung der einzelnen Geschäftsfelder.

Brüssel plant die Aufspaltung der Geschäftsfelder von Kreditinstituten ab einer bestimmten Größe. Bisher gilt noch das Jahr 2017 als Starttermin. Die Deutsche Bank und die Commerzbank wären auf jeden Fall betroffen.

An sich eine gute Idee, dennoch ist das angestrebte Ziel mit Haken und Ösen versehen, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Demnach sei eine Aufspaltung der Geschäftsbereiche angesichts der Bilanzen aller Großbanken durchaus verständlich, aber es gebe dennoch juristische Bedenken zu einem solchen Einschnitt in die Unternehmensstruktur.

Der Eigenhandel der Banken dominiert die Finanzgeschäfte

Ein Schnitt durch die einzelnen Kreditinstitute würde keinesfalls zwei gleichgroße Hälften ergeben. Mit einem Volumen von 504 Billionen Euro im außerbörslichen Handel mit Derivaten war der Umfang im Jahr 2013 gigantisch. Der mit Abstand größte Anteil vom Handelsvolumen fiel auf den Eigenhandel der Banken zurück, satte 93 Prozent. Die restlichen 7 Prozent wurden der Realwirtschaft gewidmet

Eine gewollte “Sicherheits-” Abtrennung des Geschäftskundenbereichs vom Eigenhandel kann sehr gut nachvollzogen werden.

Auf Brüssel und die Banken kämen jedoch zwei grundlegende Probleme zu, so das IW Köln. Eine nachträgliche Trennung der Geschäftsbereiche stellte einen erheblichen Eingriff in die Eigentumsrechte dar. Das nächste Problem stellten die inzwischen kaum mehr vorhandenen Gründe für die Notwendigkeit einer Aufspaltung dar. Die Kosten der Refinanzierung des Eigenhandels durch die (niedrig verzinsten) Kundeneinlagen wurden überwiegend nur deshalb niedrig gehalten, weil im Falle einer Insolvenz keine Beteiligung der Gläubiger vorgesehen war. Die von der EU im Dezember 2013 eingeführte Abwicklungsrichtlinie habe aber genau eine solche Gläubigerbeteiligung mit eingebracht.

IW Köln geht davon aus, dass die Kunden in der Zukunft genauer abwägen werden, welcher Bank das Geld anvertraut wird. Die Regeln des Abwicklungsmechanismus sehen auch die Abwälzung der Verluste einer Bank auf eine “Bad Bank” vor, mit der die Kundengelder gesichert werden.

Mit der Aufspaltung der Großbanken sei jedoch ein grundsätzliches Problem nicht beseitigt worden. Auch ein Trennbankensystem garantierte nicht für die Stabilisierung des Finanzsystems, so IW Köln. Lehman Brothers überlebte die Finanzkrise nicht und die US-Bank war keine Universalbank, sondern betrieb ausschließlich Eigenhandel.


Tarifomat24.de

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