Vierte Woche im Jahr 2015 könnte für Euro-Zukunft wegweisend sein


In der vierten Woche im Jahr 2015 werden die Karten für die Eurozone neu gemischt. EZB-Ratssitzung und Griechenland-Neuwahlen werden den unkontrollierten Euro-Zug in eine neue Richtung schicken.

Syriza naht im gestreckten Galopp und Draghis Wunderwaffe stockt

EU

Die vierte Woche im Jahr 2015 wird spannend

In der vierten Woche im Jahr 2015 passiert der Euro-Zug gleich zwei Stellwerke, die der unkontollierten Fahrt eine neue Richtung geben können. Wohin die Reise auch immer gehen wird, es sieht ganz danach aus, als ob es außer “abwärts und immer schneller” keine weiteren Optionen mehr zur Verfügung stehen.

Die Schweizer Notenbank (SNB) sprang mit der Aufhebung der Franken-Euro-Bindung in der vergangenen Woche vom scheinbar führungslosen Euro-Zug ab. In dieser Woche, am 22. Januar, entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) über ihre weiteren (Rettungs-) Maßnahmen und die längst scharf gemachte “Dicke Bertha” könnte noch bevor dem ersten Abschuss von einer eiskalten Dusche abgekühlt werden. Das im Jahr 2012 von EZB-Chef Mario Draghi ins Leben gerufene Anleihekaufprogramm (OMT) droht zu einem Rohrkrepierer zu werden.

Einst wirkte die “Draghis Bazooka” wahre Wunder. Die Finanzmarktteilnehmer erhielten ihr Baldrian und die Lage am Bonds-Markt beruhigte sich schlagartig. Inzwischen kommen laute Zweifel über die Wirksamkeit der EZB-Wunderwaffe auf. Öl ins Feuer des Unglaubens schüttete nicht zuletzt die SNB mit ihrem Überraschungs-Ausstieg aus der Euro-Bindung. Die Aufgabe der Fixierung von 1,20 CHF geschah ohne Vorankündigung. Im Gegenteil. Die SNB bekräftigte noch wenige Tage vor dem Paukenschlag, an der Euro-Bindung festhalten zu wollen.

Sollte es nur noch das “Vertrauen der Märkte” bewerkstelligen, dass die Eurozone wenigstens mit einem Schnorchel noch zu Luft kommt, sieht die kommende Arbeit für Draghi beinahe hoffnungslos aus. An diesem Punkt würde auch die Stellungnahme des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nicht mehr weiter helfen. Die EZB dürfe Staatsanleihen ankaufen, aber nicht von Ländern, die bereits von der Troika “unterstützt” werden. Damit wären z.B. Griechenland-Anleihen tabu, oder Mario Draghi kündigt die Mitgliedschaft im “Rettungs-Trio” auf.

Eine weitere Position auf der Wochen-Agenda ist die Neuwahl in Griechenland. Der Wahlsieg der linken Partei Syriza gilt nach wie vor als fast sicher. Die Meinungen der Ökonomen und Politiker zu den möglichen Konsequenzen gehen meilenweit auseinander. Vordergründig steht die künftige Zugehörigkeit Griechenlands in der Eurozone. Zwischen “muss rauß”, “darf nicht rauß” und “kann gar nicht rauß” ist die Auswahl der “Expertisen” sehr farbenreich. Die Syriza selbst strebt nach eigenen Angaben gar kein Verlassen des Euroraumes an, sehr wohl jedoch das Durchschneiden der von der Troika angesetzten Knebel und Fußfessel. Sparprogramme und Konsolidierungsmaßnahmen sollen vorerst auf Eis gelegt werden. Dazu soll ein Schuldenschnitt durchgesetzt werden.

Nach der EZB-Ratssitzung und den Griechenlandwahlen werden die Karten auf jeden Fall neu gemischt sein. Eine Abkehr von der Eurokrise darf allerdings nicht erwartet werden.

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