Der Sachverständigenrat hat wieder sein Bestes gegeben und alte Prognosen anhand neuer Einschätzungen ersetzt. Was bisher „orakelt“ wurde, hat sich nicht erfüllt. Dafür dürfen nun Öffentlichkeit, Wirtschaft und Regierungen eine neue Erwartungshaltung einnehmen.

Wirtschaftsweise sehen dezente Aufhellung

Glaskugelleser
Neue Einschätzungen ersetzen die alten

Die 5 Köpfe des „Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“, kurz Wirtschaftsweisen, haben für die kommenden Monate eine neue Prognose erstellt. Die Substanz dieser Vorhersage basiert auf den gegenwärtigen Zustand der Wirtschaft, die Korrektur der vorangegangenen Prognose und den Erwartungen. Das Ergebnis: Dezente Aufhellung innerhalb des tiefschwarz behangenen Himmels.

Vorerst ist das womöglich so

Die „vorerst“ stabilisierte Energieversorgung und die inzwischen gesunkenen Großhandelspreise haben den kurzfristigen Ausblick auf die deutsche Wirtschaft leicht aufgehellt. Doch weiterhin werde demnach das Konsumverhalten der Menschen aufgrund der anhaltenden Inflation gedämpft bleiben. Weitere Widrigkeiten seien steigende Zinsen, welche zu geringeren Investitionen und zu schwierigeren Finanzierungsbedingungen führten.

Die 5 Wirtschaftsweisen erwarteten im Jahr 2023 ein Wachstums des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,2 Prozent und im Jahr 2024 um 1,3 Prozent. Die Inflation werde voraussichtlich bis Ende 2023 etwas zurückgegangen sein, aber dennoch mit 6,6 Prozent auf hohem Niveau verbleiben. Am Ende des Jahres 2024 werde die jährliche Inflationsrate auf 3,0 Prozent gefallen sein.

Monika Schnitzer, die Vorsitzende des Sachverständigenrates fasste es zusammen: „Der inflationsbedingte Kaufkraftverlust, die schlechteren Finanzierungsbedingungen und die sich nur langsam erholende Auslandsnachfrage verhindern einen stärkeren Aufschwung in diesem und im kommenden Jahr“.

Schätzen anstatt nachsehen

Die Ökonomen schätzten gemäß ihres Berichts ein, dass die Inflation ihren Zenit vom Herbst 2022 überschritten habe. Diese Einschätzung ist schnell Gewissheit, wenn lediglich ein Blick auf die längst festgestellten Inflationsquoten der Monate bis Februar 2023 geworfen wird. Und tatsächlich, nach 10,0 Prozent im September 2022 und 10,4 Prozent im Oktober 2022 folgten wieder 10,0 Prozent im November mit anschließenden 8,6 Prozent im Dezember. Die Inflationsraten der Monate Januar und Februar 2023 lagen jeweils bei 8,7 Prozent. Der Höhepunkt ist somit aus aktueller Sicht tatsächlich überwunden. Sollte die Inflation im Laufe des Jahres 2023 wider Erwartung anziehen und die Werte des vergangenen Herbstes erreichen, so findet dies mit viel Glück zum Zeitpunkt statt, bei dem die aktuelle Prognose ohnehin turnusmäßig der Realität erneut angepasst wird. Ob dann auch der Konjunktiv zur Inflationserwartung im Jahr 2024 Bestand haben wird, stellte sich noch heraus.

Weitere Unsicherheiten

Als wenn der Untergrund der aufgestellten Prognosen nicht schon schwammig genug wäre, gesellen sich noch weitere Unsicherheiten durch die aufkommende Finanzmarktkrise hinzu. Anstatt an diesem Punkt einfach das „Prognostizieren“ zu beenden, gibt Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier hierfür eine Salve von leeren Worthülsen ab: „Die Inflation ist noch weit vom Ziel der EZB von zwei Prozent entfernt, daher dürften weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr erforderlich sein. Die hohe Unsicherheit an den Finanzmärkten der vergangenen Wochen erschwert allerdings die Inflationsbekämpfung durch die Zentralbanken.“

Das Wirtschaftswachstum könnte positiv beeinflusst werden von der Beendigung der Null-Covid-Politik Chinas. Damit könne die Nachfrage aus China erhöht werden und den Außenhandel der deutschen Industrie positiv beeinflussen. Dennoch bestehe das Risiko, dass die zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen China und den USA den globalen Handel belasteten.

Wirtschaftsweisen erfüllen nur Aufgabe

Unterm Strich kamen die Wirtschaftsweisen auf eine etwas entspanntere Lage als sie noch im Herbst 2022 prognostizierten. Das heißt, ihre im Herbst angestellten Vorhersagen erwiesen sich als falsch und mussten mit einer neuen Prognose der gegenwärtigen Wirklichkeit angepasst werden. Wie üblich lesen sich derartige Arbeiten wie eine Offenbarung der Unmöglichkeit einer Vorhersage, lediglich derart „verkompliziert“, um eine Notwendigkeit auf wissenschaftlicher Basis zu suggerieren.

Diese Institution der sog. Wirtschaftsweisen hat ihre Existenzberechtigung aufgrund eines Gesetzes aus dem Jahre 1963. Mit der Aufstellung von Prognosen erfüllt dieser Sachverständigenrat ihre eigentliche Aufgabe.

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