Zweiter Wirtschaftsrückgang in Folge nun wahrscheinlich


Die deutsche Konjunktur schlittert einer technischen Rezession entgegen. Nachdem ifo München für August erneut starke Stimmungsrückgänge vermeldete, ist ein quartalsbezogen zweiter Wirtschaftsrückgang in Folge wahrscheinlich geworden.

Per Definition rückt eine Rezession in greifbare Nähe

Abschwung

Nach Aufschwüngen folgten bisher immer auch Abschwünge

Trübe Aussichten für die deutsche Konjunktur, zumindest wenn beständiges Wachstum als immerwährender Maßstab für eine funktionierende Wirtschaft dient. Das Münchener ifo Institut meldete für den August 2019 einen weiteren Rückgang bei der einst guten Laune in den Managerabteilungen der großen Unternehmen. Ansteigender Pessimismus auf ganzer Ebene. Der ifo Geschäftsklimaindex rutschte im August um 1,5 Einheiten auf 94,3 Punkte.

Nachdem die deutsche Wirtschaft im 2. Quartal 2019 einen Rückzieher um 0,1 Prozent vollzog, geht ifo Chef Clemens Fuest nun von einer drohenden Rezession aus. Die Stimmung ging immerhin nun schon zum fünften Mal in Folge zurück und erreichte im Industriezweig das Niveau von 2009, dem sog. Krisenjahr. Sollte nun die deutsche Wirtschaft auch im 3. Quartal zurückgegangen sein, so liegt rein technisch gesehen eine Rezession vor. Zumindest gilt dies auf Quartalssicht und damit handelte es sich um eine milde bzw. gemäßigte Rezession. Grund für Panik gibt es noch lange nicht. Eine “richtige” Rezession ist dann eingetreten, wenn der wirtschaftliche Rückschritt auf Jahressicht vollzogen wurde. Eine reine Definitionssache.

Exportlastigkeit fordert stets seinen Tribut

Für Ökonomen besonders bitter ist der Umstand, dass im “Industrieland Deutschland” die Industrie am deutlichsten angeschlagen ist. Hier zeigt sich vor allem die extreme Exportlastigkeit dieses Wirtschaftszweiges. Hakt die Wirtschaft auf globaler Ebene, kann dieser Zustand durchaus an der Lage der deutschen Industrie abgelesen werden. Die Weltwirtschaft schwächelt und damit auch das Absatzpotenzial der deutschen Exportindustrie. Ein Resultat der vernachlässigten Binnenwirtschaft zugunsten der Profiteure des angesammelten deutschen Außenvermögens aufgrund chronischer Handelsbilanzüberschüsse.

Im August fehlten jegliche Lichtblicke

Der Unterschied beim für den August ermittelten ifo Index gegenüber den vorangegangenen Erhebungen liegt im Fehlen jeglicher positiver Aspekte. Jeglicher Parameter lag gegenüber dem Stand vom Vormonat im Minus. Lediglich das Bauhauptgewerbe zehrt noch von der erhobenen Position aufgrund des Baubooms. Doch auch in dieser Sparte sind die Mundwinkel inzwischen überwiegend nach unten gezogen.

Der Blick nach vorne sieht nicht besser aus. Während die Einschätzung der aktuellen Lage den entsprechenden ifo-Index um 2,3 Punkte auf 97,3 Punkte nach unten zog, landete der “Erwartungs-Index” nach einem Abzug von 0,8 Punkten auf nur noch 91,3 Punkte.

Neben Handelsstreit folgt bald wieder das Thema Brexit

Neben den unberechenbaren Aktionen im Handelsstreit zwischen den USA und China steht Ende Oktober mit dem “termingerechten” Brexit ein weiteres heikles Thema an. Wirtschaftsverbände rechnen mit weiteren Tiefschlägen, sollte der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs tatsächlich ungeregelt verlaufen. Doch bis dahin ist das Potenzial für Meinungsänderung seitens der EU und Großbritanniens mindestens ebenso groß wie die an die Wand gemalten Schreckensszenarien.

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