Wer eine Haftpflicht hat kann Schuld einfach zugeben, oder?

Ein Satz reichte aus um Versicherungsschutz zu verlieren

Dass eine Haftpflichtversicherung zu den wichtigsten Basis-Versicherungen eines Haushalts gehört, wissen viele, aber nicht alle. Zugegeben, das Thema Versicherungen gehört für eine Mehrheit zum “trockensten Stoff” des Alltags. Selbst wenn aus bestimmten Gründen gezielt nach einer notwendigen Police Ausschau gehalten wird, der Enthusiasmus hält sich in engen Grenzen.

Der Versicherungsvertreter gehört auch nicht zu den beliebtesten Hausbesuchern, obwohl dieser entgegen jedem Klischees alles Andere als ein trockener Zeitgenosse ist. Schließlich braucht es verbale Überzeugungskraft, die Police an den Mann / die Frau zu bringen.

Versicherungen

Trockenstoff Versicherung
© tommyS / pixelio.de

Besonders die oft “gepredigte” Privathaftpflicht findet in vielen Fällen nur einen Abnehmer, damit in die Familie wieder die Ruhe einkehrt. In diesem Fall hat es der Versicherungsvertreter einfach. Anschließend schmort die Police über die Jahre hinweg in der Schublade und die Beiträge werden im regelmäßigen Abständen vom Konto eingezogen. So lange kein Schaden angerichtet wird, bleibt es dabei. Immerhin wurde vorgesorgt. Die alltäglichen Risiken “leiden” in der Regel unter der gleichen Unterschätzung wie die bereitstehenden Leistungen einer gewählten Versicherungs-Sparte.

Der Thrill bleibt zwar aus, aber dennoch interessant

Blickt man aber ein wenig hinter den Kulissen einer Versicherung, erscheinen Details, die man so nicht erwartet hätte. Dabei geht es gar nicht um “langweilige” Zahlen und Fakten wie Versicherungssummen, Beitragshöhen und Leistungsoptionen, sondern um Entwicklungen die den Versicherten selbst (hätten) unverhofft treffen können.

Zur Haftpflichtversicherung gab es bis 2008 tatsächlich ein Verbot der Schadenanerkenntnis. Hatte die versicherte Person einen Schaden verursacht, dann könnte es ein riesengroßer Fehler gewesen sein, wenn die Schuld zugegeben wurde. Selbst wenn die eigene Schuld noch so offensichtlich gewesen ist, für den Gesetzgeber war es höchstens ein “offenbar”, eher erst mal zweifelhaft.

Es “oblag” nicht der versicherten Person zu entscheiden, ob der Schaden tatsächlich schuldhaft verursacht wurde, oder ob da vielleicht ein anderer Sachverhalt vorlag.

Die Haftpflichtversicherung war sogar dazu berechtigt, den Schadenersatz zu verweigen. Falls der Kunde etwas “zu vorlaut” gewesen sein sollte, setzte er automatisch den Versicherungsschutz aufs Spiel. Diese offenbare (!) Falle ist seit 2008 beseitigt.

Dem Versicherten werden weniger Rechte abgesprochen

Eine sehr gute Entwicklung. Nach einem Schaden sitzt der Schrecken bei allen Beteiligten meist tief in den Knochen. An rationale sowie versicherungs- und juristisch- klare Sichtweisen ist in diesem Momenten gar nicht zu denken. “Ich bin versichert, das regelt die Haftfplicht”, ist sehr schnell ausgesprochen, selbst wenn die Police vorher jahrelang in der Schublade schmorte. Die Versicherungsgesellschaft kann eine Leistungsverweigerung nicht mehr auf eine vorzeitige Schuldanerkenntnis begründen.

Die vollständige “Entscheidungsfähigkeit” wurde dem Versicherten damit nicht anerkannt. Das letzte Wort hat immer noch die Versicherung, der Sachverständige und die Justiz. Immerhin sind voreilige Zusagen in den Augenblicken des Bluthochdrucks folgenlos geworden.

So ganz ohne ist die Regelung dennoch nicht

Von einer reinen Schikane durch Versicherer und Gesetzgeber kann allerdings nicht gesprochen werden. Wer als “Normal-Sterblicher” in der Welt kennt sich mit den gegebenen Gesetzen in jeder Lebenslage aus, ganz besonders mit dem astronomisch hohen Regelungs-Aufkommen in Deutschland? Die wenigsten Menschen würden die Forderung einer Stange Geld einfach so hinnehmen, ohne zu überlegen ob es überhaupt berechtigt ist.

Ein “fantastisches” Beispiel

Wenn der Gastgeber eines Haushalts seine Vorlieben für Ming Vasen dadurch zum Ausdruck bingen will, indem er diese im Flur auf Podeste präsentiert, die am Sockel eleganten Pfennigabsätzen gleichkommen, dann kann es schon mal passieren, dass der Gast in der Dunkelheit auf dem Weg zum Badezimmer anecken könnte. Das Nachtlicht ist aus gestalterischen Gründen als Spot auf den Picasso an der Wand gerichtet.

Der Gast wird “wie selbstverständlich” das Scheckheft zücken? Wohl kaum. Ein krasses Beispiel, aber einleuchtend. Fahrlässigkeit durch den Gastgeber ergeben zumindest eine Teilschuld. Genau das wird bei einer Schadenmeldung durch die Versicherung geprüft.

Trotz Hektik im Schadenfall, schön sachlich bleiben

Die Aufhebung des “Sprechverbots” zur Schadenanerkennung ist kein Freibrief ohne mögliche Konsequenzen. Eine möglichst neutrale Aussage ist immer noch besser angebracht als ein stellvertretendes Leistungsversprechen. Man kann ruhig angeben, eine Haftpflichtversicherung zu besitzen. Man darf auch “versprechen” dass sich die Versicherung darum kümmern wird. Für ein Mehr ist aber etwas Zurückhaltung geboten, zum Glück nicht mehr verboten.

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Steigerung des ehemaligen Verbots der Haftungsanerkennung

So unverständlich das ehemalige Verbot aus der heutigen Sicht auch erscheinen mag, getoppt wird das immer noch durch die guten alten Post-Gesetze. Wer die 70-er und anfänglichen 80-er Jahre bereits mitmachte, kann sich noch an die rudimentären Drehscheiben-Telefone erinnern.

Die besondere Modeerscheinung, die Sprechapparte in exklusive “Verkleidungen” zu packen wurde von der Post gerade noch geduldet. Ebenso die Beschriftung der freien Platzhalter für Notrufnummern.

Alle anderen “Manipulationen” waren schlicht verboten (!). Damals waren die Telefone auch nicht steckbar, sondern fest mit der Anschlussdose verbunden. Wer es wagte, da rumzuschrauben, musste mit der Justiz rechnen. Selbst die eigene Zweidraht-Sprechverbindung zum Nachbarn war eine “Verletzung des Hoheitsgebietes” der deutschen Post, ebenfalls verboten. Nicht einfach zu überbieten….


Ein Kommentar

  • Da sieht man mal wieder, dass es doch wichtig ist einen Ansprechpartner zu haben, wenn ein Schaden eingetreten ist.
    Online Versicherungen abschließen ist für den Kunden eine schöbne Sache, bloß die Betreuung im Schadenfall sollte auch sichergestellt sein.

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