Arbeitnehmer müssen mit stark steigenden Kassenbeiträgen rechnen


Die Arbeitnehmer bei einer gesetzlichen Krankenversicherung werden in den kommenden Jahren die steigenden Ausgaben und Gesundheitskosten deutlich zu spüren bekommen. Der GKV-Spitzenverband rechnet mit jährlich 0,2 Prozentpunkte steigenden Arbeitnehmeranteilen für die Kassenbeiträge. Die Arbeitgeber können sich dagegen entspannt zurücklehnen.

Deutlich steigende Abzüge vom Bruttolohn in den kommenden Jahren erwartet

Kalkulation

Steigende Kosten zahlen Arbeitnehmer alleine

Steigende Gesundheitskosten sind allgegenwärtig. Das vermeintliche “Füllhorn Gesundheitsfonds” wurde bereits im vergangenen Jahr durch das eingefahrene Defizit der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) äußerst strapaziert. Höhere Ausgaben als Einnahmen führen stets zum Rückgriff auf die Reserven. Die Bundesregierung reagierte mit dem seit Anfang 2015 gültigen neu geschaffenen Regelungen rechtzeitig. Die Krankenkassen dürfen seit Jahresanfang einen Zusatzbeitrag verlangen und die meisten Kassen nahmen ihre neuen Freiheiten auch gleich in Anspruch. Der Haken: Der Arbeitgeberanteil ist fixiert. Steigen künftig der allgemeine Beitragssatz sowie die von den Krankenkassen verlangten Zusatzbeiträge, dann tragen die Arbeitnehmer die Mehrkosten alleine. Damit das neu geschaffene Ungleichgewicht zulasten der Arbeitnehmer etwas besser aussieht, wurde der allgemeine Beitragssatz zum Start 2015 etwas abgesenkt.

Nachdem die meisten gesetzlich Versicherten vom gesenkten “Standard-Beitragssatz” aufgrund der bereits erhobenen Zusatzbeiträge ohnehin nichts hatten, können sich die betroffenen Arbeitnehmer künftig auf massiv steigende Beiträge freuen. Der Spitzenverband GKV rechnet mit rund 10 Milliarden Euro Mehrbedarf für die Deckung der Gesundheitskosten bis zum Jahr 2019.

Die Gesundheitsreform muss irgendwie bezahlt werden und die allgemeinen Gesundheitskosten steigen wie gewohnt weiter. Das alles wird von den versicherten Arbeitnehmer alleine getragen und Arbeitgeber-Vertreter wehren jeglichen Ansatz, an der totalen Arbeitgeber-Verschonung etwas zu verändern, rigoros ab.

Obwohl im Zuge der Reform der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Anteil jeweils hälftig aufteilt wurde, sind die Firmen bei 7,3 Prozent und die Versicherten bereits bis zu 8,6 Prozent beteiligt, eben wegen den einseitig erhobenen Zusatzbeiträgen.

Ab dem kommenden Jahr 2016 werden die Krankenkassen ihre Beiträge im Schnitt um 0,2 Prozent anheben, so die Einschätzung des GKV-Spitzenverbandes. Der Gesetzgeber begründete die fixierten Arbeitgeber-Anteile und die flexiblen Arbeitnehmer-Anteile mit dem erhöhten Wettbewerbsdruck auf die Kassen. Diese müssen sich nun darum bemühen, die Kosten möglichst gering zu halten, damit die Mitglieder nicht davonlaufen. So zumindest die Theorie.

In diese Kerbe schlug auch Doris Pfeiffer vom GKV-Spitzenverband. Gegenüber F.A.Z. erklärte sie, dass die Mitglieder ihre Möglichkeiten nutzen sollten, ihre Versicherung nach dem günstigsten Anbieter auszuwählen.

Steigende Kassenbeiträge in Zahlen

Sollten die Zusatzbeiträge tatsächlich jährlich um 0,2 Prozentpunkte ansteigen, liegt der Arbeitnehmeranteil bis 2019 um 1 Prozentpunkt höher als derzeit. Wer heute noch ohne einem Zusatzbeitrag belastet ist, könnte bei einem mtl. Bruttoeinkommen von 3.000,- Euro im Jahr 2019 57,- pro Monat mehr bezahlen müssen. Die meisten Versicherten sind bereits mit einem zusätzlichen Beitrag belastet und wenn der Anteil heute bei 0,9 Prozent liegt, dann zahlt der Arbeitnehmer in wenigen Jahren jeden Monat 30,- Euro mehr. Arbeitgeber werden – sofern die Reform unverändert bleibt – auch in vier oder fünf Jahren 0,- Euro mehr als heute bezahlen müssen.

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