Demenz Pflegefall – Vervielfachung der erkrankten Personen


Die Anzahl der Demenzerkrankungen werden sich innerhalb der nächsten Jahrzehnte vervielfachen. Deutschland nicht ausgenommen. Der noch an den Rand gedrängte aber Existenz bedrohende Pflegefall durch Alzheimer wird jedoch bei immer mehr Familien im Mittelpunkt zu finden sein.

Demenzerkrankungen werden zu einem kostspieligen Alltagsphänomen

Altersdemenz

Verdreifachung der Demenz-Pflegefälle

Eine höhere Lebenserwartung ist für die betroffenen Bundesbürger sehr erfreulich, aber für das Sozialsystem in Deutschland wirken sich längere Rentenbezüge und ggfs. auch Pflegekosten sehr belastend aus. So zynisch wie es auch klingen mag, auf “emotionslose” Zahlen reduziert sprechen die Fakten jedoch für sich. Der Politik und deren Statistiker im Hintergrund sind die zukommenden Probleme sehr gut bekannt. Die blanke Wahrheit mit allen Konsequenzen wird jedoch nicht an den Verbraucher gereicht. Dazu reagiert die Wählerschaft etwas zu “sensibel”.

Die einfache Taktik des tröpfchenweisen Informationsflusses mit kleinen Schritten in den Maßnahmen hat sich seit jeher bewährt und wird auch weiterhin praktiziert. Man zählt auf die Erinnerungsschwäche der Bürger sowie die “Reizüberflutung” mit Unwichtigem. Die blanke Lüge findet eher selten Anwendung.

Eine logische Konsequenz der höheren Alterserwartung war der Einbau einer weiteren Säule im Sozialsystem. Die gesetzliche Pflegeversicherung. Der Genuss des hohen Alters wird nicht jedem Rentner teil, denn mit dem steigenden Alter häufen sich die Fälle der Pflegebedürftigkeit und die Pflegekosten sind richtig teuer.

Eine (“fahrlässige”) Lücke in der gesetzlichen Pflegeversicherung ist die Ignoranz zu Demenzerkrankungen (Alzheimer). Während die Pflegefälle bis zur Pflegestufe III eine mehr oder weniger umfangreiche finanzielle Zuwendung erhalten, rutscht ein Pflegefall aufgrund Demenz durch das soziale Netz durch.

Das Problem: Die Demenzerkrankung ist keine seltene Nebenerscheinung sondern befindet sich auf dem besten Weg zu einer Alltagserscheinung zu werden. Nach dem jüngst veröffentlichten Report von der Organisation Alzheimer’s Disease International (ADI) wird mit einer Verdreifachung der weltweit auftretenden Demenzfälle bis ins Jahr 2050 gerechnet.

Heute sind lt. den Statistiken rund 35 Millionen Menschen von Alzheimer betroffen. Davon leben in Deutschland rund 1,4 Millionen. Nach heutiger Sicht werden in rund 37 Jahren 115 Millionen Personen an Demenz leiden und die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen wird auf 277 Millionen geschätzt.

In Deutschland werden bis dahin rund 3 Millionen betroffene Bundesbürger erwartet und rund 30 Prozent hat das Alter von 90 oder darüber hinaus bereits erreicht.

Der Anteil der Demenz-erkrankten unter den Pflegebedürftigen wird von ADI auf bis zu 80 Prozent eingeschätzt. Die weltweiten Kosten für die Behandlung und Pflege für Demenz-Patienten betragen heute schon 600 Milliarden Dollar (rund 448 Milliarden Euro). Wohin sich die Kosten noch entwickeln werden, lässt sich leicht ablesen. Eine Verdreifachung bis ins Jahr 2050 äquivalent zur Zunahme der Erkrankungen wäre noch der günstigere Fall.

ADI ist die Dachorganisation von weltweit 79 nationalen Gesellschaften und Verbänden, z.B. die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Jährlich wird ein aktueller “Welt-Alzheimer-Bericht” erstellt.

Der Trend ist absehbar. Die Fälle von pflegebedürftigen Demenzerkrankungen werden ansteigen und die Kosten überproportional. Ein Pflegfall beschränkt sich nur solange auf den Betroffenen, wie die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Dazu zählen die (geringfügigen) Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung, gefolgt von der Rente bis hin zu den Ersparnissen. Sollte dies nicht ausreichen, sind die nächsten Verwandten die folgenden “Ansprechpartner”. Das Stichwort lautet “Elternunterhalt”.

Der Sprecher der dt. Alzheimer Gesellschaft, Hans-Jürgen Freter, forderte zum Thema Pflege einen besseren Schutz für die Angehörigen und auch eine bessere Bezahlung für professionelle Pflegekräfte. Die Öffentlichkeit müsse darüber hinaus auf das brisante Thema verstärkt sensibilisiert werden.

Wer heute den finanziellen Risiken einer Demenzerkrankung soweit wie möglich vermeiden will, kommt um eine private Pflegetagegeldversicherung kaum herum. Andernfalls wären die späteren Rentenbezüge sowie die heutigen Sparmaßnahmen für einen angenehmen Lebensabend potenziell für die Pflegekosten reserviert.

Der besondere Problemfall Demenzerkrankung in der Pflegestufe 0 wurde bereits von den privaten Gesellschaften aufgegriffen, wobei die DFV (Deutsche Familienversicherung) mit ihrer Variante “DeutschlandPflege” eine Vorreiterrolle spielte. Inzwischen hat der Versicherer die Leistungen mit der geförderten “Pflege-Bahr” kombiniert und stellt das Paket als DFV-FörderPflege zur Verfügung.

Kosten und Leistungen einer Pflegversicherung.


Bild: CC0: Universal

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