Drohende Altersarmut wird greifbarer – DGB fordert zu Handlungen auf


Der Deutsche Gewerkschaftsbund ermahnt die Bundesregierung zur Einleitung dringender Maßnahmen gegen die drohende Altersarmut. Eine Umfrage bei den Arbeitnehmern ergab ein klares Signal für dringenden Handlungsbedarf. Das gilt auch für die Aufklärung der Beschäftigten über die betriebliche Altersvorsorge.

Gesetzliche Rentenversicherung wird Altersarmut ansteigen lassen

Altersarmut

Wie leben mit Mini-Rente?

Inzwischen hat es sich in Deutschland herum gesprochen, wie es um die Renten und den Finanzen im hohen Alter bestellt sein kann. Die Gefahr von bitterer Armut im Ruhestand ist kein “Science Fiction” sondern die kalte Realität und mit jedem weiteren Tag rückt das für viele Arbeitnehmer Unvermeidliche ein Stück näher.

Die Rentenbezüge aus der gesetzlichen Sozialversicherung werden nicht ausreichen, um den Alltag im “vernünftigen Rahmen” bestreiten zu können. Davon gehen inzwischen 42 Prozent der Arbeitnehmer aus. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die neuesten Erkenntnisse bei den Bürgern durch eine Umfrage zu Tage gebracht. Die BILD berichtete darüber.

Nur einige Monate zuvor (Nov. 2012) waren es 38 Prozent der Beschäftigten, die mit einer Altersarmut nach Eintritt ins Rentenalter rechneten. Heute haben die offenbar Besserverdienenden oder auch nur Optimisten einen Anteil von 18 Prozent. Sie rechnen mit einer ausreichenden Rente, mit der es sich gut oder sogar sehr gut leben ließe.

DGB fordert Einleitung und Unterlassung von Maßnahmen zugleich

Die Zahlen sind alarmierend. Aufgrund der sehr deutlichen Ergebnisse forderte der DGB die Bundesregierung dazu auf, die Rentenbeiträge nicht noch weiter abzusenken, auch wenn die Sozialkassen derzeit voll sein sollten. Dies wäre nur ein temporärer Zustand. Vielmehr müsse die Regierung für noch größere Reserven sorgen, um den Demografie-Entwicklungen wirksam begegnen zu können. Während sich der DGB auf die Verlagerung des Schwerpunktes auf die Rentenversicherung bezieht, fordert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine Fortsetzung der Altersvorsorge auf den drei wesentlichen Säulen. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung gehöre auch die Fokussierung auf die betriebliche Altersvorsorge (baV) sowie die ergänzende Privatvorsorge.

Den sinkenden Rentenbezügen hinterher eilen

Sofern es zu keiner grundlegenden Änderung des Rentensystems kommen sollte, z.B. eine Umlagenfinanzierung durch die Produktivität der Firmen, wird der demografische Wandel die ehemalige Alterspyramide an der Spitze noch mehr abflachen. Darüber hinaus steht die Rente ab 69 längst in Diskussion. Zusätzlich ist mit einem weiteren Absenken der Rentenhöhe in Bezug auf den letzten Nettolohn zu rechnen.

Die Forderung des GDV ist selbst in ihrer Rolle als “Vertreter der Versicherungsgesellschaften” nicht als reine Eigennützigkeit zu betrachten. Das Einkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung wird einem Arbeitnehmer mit einem Nettolohn in Höhe von 1.000,- Euro vor erhebliche finanzielle Schwierigkeiten stellen. Eine Rente mit nur etwas über 600,- Euro pro Monat lässt keinerlei Spielräume mehr zu. Die ergänzende private Altersvorsorge ist längst zu einem Muss geworden.

69 Prozent der Arbeitnehmer erhalten lt. der Studie des DGB nur wenige oder gar keine Angebote zu einer betrieblichen Altersvorsorge. Dabei besteht ein Anrecht eines jeden Arbeitnehmers, die Vorsorge über die baV zu realisieren. Offenbar sind zahlreiche Beschäftigte nicht darüber aufgeklärt oder der Anspruch wird aus verschiedenen Gründen nicht geltend gemacht. Detailierte Informationen für eine private Altersvorsorge können unabhängige Versicherungsexperten geben. Neben der betrieblichen Altersvorsorge existieren noch zahlreiche weitere Varianten, um der drohenden Altersarmut aus dem Weg zu gehen.

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Bild: CC0 – Universell

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