Private Rentenversicherung noch besser als ihr Ruf


Die private Altersvorsorge steht trotz der Schuldenkrise weitaus besser da als die seit Monaten “gepflegte Darstellung”. Unbestritten sind die erhöhten Herausforderungen für die Versicherungsunternehmen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus. Widerlegt sind jedoch Gerüchte um den “unweigerlichen Untergang” und den Totalverlust für Versicherungskunden.

Viele Argumente gegen private Altersvorsorge sind “etwas” überzogen

Rentenversicherung

Krise für Rentenversicherung?
Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Zahlreiche Kunden und Inhaber einer privaten Lebensversicherung sind bereits so verunsichert, dass die Kündigung oder mindestens die Stilllegung der Police in Erwägung gezogen wurde. Die “teure” Altersvorsoge wird von den Medien wiederholt virtuell an den Abgrund gestellt und “prophezeien” den totalen Untergang mit dem Verlust der kompletten Beiträge. Dazu werden Argumente verwendet, die entweder nur zur Hälfte oder überhaupt nicht stimmen.

Zu den gern angewendeten Thesen gehört das Argument, “die Lebensversicherer könnten am Kapitalmarkt überhaupt keine ausreichenden Zinsen erwirtschaften, um noch wenigstens den Garantiezins abzudecken”. Als Beispiel werden dann langfristige Bundesanleihen genannt, die sich sogar tatsächlich auf einem historisch tiefen Zins-Niveau befinden. Es stimmt auch, dass Versicherungsgesellschaften bei Verträgen zur Altersvorsorge in einem gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen agieren dürfen, um die Renditen zu erwirtschaften. Gerne wird jedoch dabei übersehen, dass deutsche Staatsanleihen keine “Monopol-Stellung” haben, sondern auch auf Schuldverschreibungen anderer Länder, sowie Unternehmensanleihen zurück gegriffen werden darf. In diesen Bereichen ist noch deutlich mehr zu holen, als in den ehem. so attraktiven “Bundesschatzbriefen”.

Kaum ein Experte, ein Versicherungskaufmann oder ein Politiker bestreitet die derzeitig schwierige Lage der Versicherungsgesellschaften. Man könnte auch sagen, “die fetten Jahre sind vorbei”. Dennoch ist von einem “Untergang” oder sogar “Gefahr im Verzug” keine Spur zu sehen. Die Unternehmen stehen aufgrund widriger Marktumfelder vor größeren Herausforderungen, aber es nach wie vor besteht kein Anlass um “Alarm” auszulösen.

Vergleicht man auch die bereits reduzierten Renditen der Altersvorsorge mit denen der klassischen Sparanlagen, wie Tagesgeld- oder Festgeldanlagen, sieht die Welt wieder völlig anders aus.

Völlig ohne Konsequenzen ist die Staatsschuldenkrise auch für die Versicherer nicht geblieben, auch wenn überwiegend die Banken in den Mittelpunkt gestellt werden. Eine Maßnahme wurde bereits vollzogen. Im Äquivalent zu den Basel III – Vorgaben für Banken zur Kapitalanhebung mussten auch die Versicherer einen erhöhten Puffer zur Wappnung gegen mögliche Krisenverschärfungen aufbauen. Deutschlands Aufsichtsbehörde BaFin hatte den Stein bereits 2011 ins Rollen gebracht und neben der Beaufsichtigung der Fortschritte wurden auch schon sog. “Stresstests” bei den Versicherern durchgeführt.

Die BaFin kam zum Ergebnis, dass die Versicherer durchaus in der Lage wären, auch bei extremen Krisensituationen, wie Negativ-Zinsen, kurz- bis mittelfristig die Garantiezinsen bedienen zu können. Darüber hinaus bestünde überhaupt kein Anlass, den “Gerüchten Glauben zu schenken”, die Garantiezinsen wären bereits in Frage gestellt worden. Diese bleiben unangetastet und würden lediglich ins Wanken geraten, falls das Unternehmen am Kappen ist und der Sicherungsfonds nicht in der Lage wäre, für den finanziellen Ausgleich zu sorgen.

2 Kommentare

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  • Christoph Schwarz

    Ihr Artikel erklärt klar, warum die Leute noch wachsamer bei der Auswahl der Versicherungsgesellschaft sein müssen. Es ist wahr und unausweichlich, dass Versicherungsgesellschaften Verluste einfahren werden, die sich negativ auf die Kunden auswirken werden. Wenn Sie nach einer Versicherung schauen, besonders online, sollten Sie nicht nur die Preise und die Abdeckung berücksichtigen, sondern auch die Versicherungsgesellschaft selbst.

    Christoph

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